Die meisten Programmierer legen Wert auf eine hohe Komplexität. Auf der einen Seite gibt es die Programmierer, die unbedingt eine gute graphische Entwicklungsoberfläche (JBuilder, Developer’s Studio..) brauchen, auf der anderen Seite Leute, die eine shell, make und vi oder Emacs bevorzugen und dazwischen liegt ein tiefer kultureller Graben. Sicher, mit einem Tool, wie JBuilder und seinem graphischen Oberflächendesigner kann man sehr schnell eine Oberfläche zusammenrotzen, das habe ich gerade wieder erlebt, aber wie schon bei Visual Basic, haben diese Tools den Nachteil, dass sie ähnlich wie MacDonalds wo man sowieso eine Lebensversicherung bräuchte, um dort regelmäßig essen zu gehen)im Gastronomiebereich, nur einen gewissen mittleren Standard, diesen dafür aber rasch und in einheitlicher Qualität befriedigen. Wenn man dann etwas braucht, für dass es kein Standardelement im GUI Builder oder etwas abstrakter keine fertige Klasse in JAVAs umfangreicher Klassenbibliothek findet, dann ist es auch mit der Einfachheit von Sprache und Plattform nicht mehr weit her. Ich habe das gerade am Beispiel JTable durchgemacht. Ja, man kann mit ein paar Zeilen eine Tabelle hinrotzen. Nur, versuche mal unterschiedliche Zeilenhöhen hinzubekommen. Oder versuche mal ein eigenes JPanel als CellRenderer einzubringen und korrekt mit der Eventbehandlung zu verzahnen. Das ist nicht simpel, sondern ziemlich komplex, nicht weil die Sprache eine ähnlich komplexe Syntax wie C++ besitzt, sondern weil eine Bibliothek wie Swing nunmal gross ist und nur auf API Level aber nicht interner Verarbeitung dokumentiert ist. Findet man kein Beispiel irgendwo, dass halbwegs dass leistet, was man will, wird es sehr schwierig. Und man sollte aufpassen, dass man auch wirklich mit dem Programm zurechtkommt, sonst kann man schon mal große Zeitaufwendungen haben und keine Erfolge erzielen. Das fügt den Unternehmen, in denen man arbeitet, sicherlich Schäden zu. Und wenn der Chef das dann merkt, sollte man eine gute Lebensversicherung haben.


